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Innovation und Nachhaltigkeit: Sobelcomp, Spezialist für Verbundwerkstoffe als Partner europäischer Industrieunternehmen

Leichtigkeit, Festigkeit, Recyclingfähigkeit, lokale Produktion... die Verwendung von Verbundwerkstoffen stehen im Fokus der meisten großen globalen Industriekonzerne. Dieser Sektor ist so wichtig, dass er sogar seine eigene europäische Messe für Verbundwerkstoffe, die JEC World in Paris ausrichtet. Unter den 27 Unternehmen der belgischen Delegation, die ihre Innovationen präsentierten, trafen wir die wallonische Firma Sobelcomp, ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Produktion nachhaltiger Verbundwerkstoffe spezialisiert hat. Welche Herausforderungen und Erwartungen hat der Sektor? Was sind die Stärken des belgischen Know-hows? Darüber sprechen wir mit John-Thomas Thaels, Managing Director bei Sobelcomp.

Belgiens erfahrungsreiche Innovationsgeschichte weitet sich auf den Wirtschaftssektor der Verbundstoffe aus, in dem die Förderung der Forschung und Innovation dynamische und wettbewerbsfähige Wirtschaftszweige ermöglicht hat. Europäische Kooperationsprojekte mit Branchenakteuren, Forschungseinrichtungen (Cobracomp etc.) konzentrieren sich auf die Weiterentwicklung nachhaltiger Verbundwerkstoffe, Herstellungsprozesse und End-of-Life-Lösungen. Als Land mit einer großen Anzahl kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) erweist sich Belgien als sehr flexibel und engagiert im Bereich der Spitzentechnologien, die es de facto in den Mittelpunkt der europaweiten Handels und der Produktionssysteme stellen.

Als Ehrengast der JEC World 2024, der größten internationalen Fachmesse für Verbundwerkstoffe, beweist Belgien, das durch die Verbände und Cluster Agoria, Skywin, Mecatech vertreten ist, seine zentrale Bedeutung als innovative Kraft in der Verbundindustrie und sucht die Nähe zu Industriekonzernen, die auf der Suche nach Partnern sind, die maßgeschneiderte und nachhaltige Lösungen für ihre industrielle Entwicklung anbieten.

Auf dem „Belgium“ Stand haben wir das Team der Firma Sobelcomp getroffen, die sich auf die Planung, Entwicklung und Produktion von Verbundwerkstoffen für die Luftfahrt-, Automobil- und Energieindustrie spezialisiert hat. Eine großartige Gelegenheit mit diesem Spezialisten die Herausforderungen eines Sektors zu diskutieren, der von allen Seiten umworben wird, um sich den industriellen und ökologischen Herausforderungen zu stellen.

Wallonische Export- und Investitionsagentur (AWEX): Guten Morgen. Vielen Dank für Ihren Empfang. Könnten Sie uns Sobelcomp vorstellen?

John-Thomas Thaels (JTT), Geschäftsführer, Sobelcomp: Hallo. Sobelcomp ist ein 2005 gegründetes Unternehmen, das dank der Verwendung von Verbundwerkstoffen (Masse, Größe, Festigkeit usw.) wie Kohlefaser oder Epoxidharz auf die industriellen Probleme unserer Unternehmen reagieren kann. Heute sind wir ein Team von 45 Personen, die sich auf zwei Produktionsstätten in der Nähe von Liège/Lüttich und Charleroi verteilen. Konkret unterstützen wir unsere Kunden bei der Erarbeitung ihres Verbundwerkstoffprojekts, vom computergestützten Konzept über die Detailarbeit, Herstellung bis zur automatisierten Verarbeitung und Montage von Produkten mit hohem Mehrwert.

AWEX: Was sind die bevorzugten Sektoren von Sobelcomp?

JTT: Hauptsächlich Luftfahrt, Verteidigung und Bau. Die Produkte, die wir entwickeln bieten den Vorteil leicht und außergewöhnlich korrosionsbeständig zu sein und ihre Festigkeit reduziert die strukturelle Biegung die durch ihre Verwendung entsteht. Sie können sich vorstellen, dass diese Qualitäten zum Beispiel bei Flugzeugherstellern sehr begehrt sind. In Industrie und Bauwesen arbeiten wir auch an Materialien, die zusätzlich noch wärmedämmend oder wärmereduzierende Eigenschaften bieten. Angesichts der wichtigen Anforderungen der Sektoren ASD (Luft-Raumfahrt– Verteidigung) sind unsere Produkte alle EN 9100 und ISO 9001 zertifiziert. Das sind die Hauptvorteile der Produkte, die wir maßgeschneidert für unsere Kunden entwickeln.

AWEX: Die Industrie für Verbundwerkstoffe ist ein innovativer Sektor. Was wird das Material der Zukunft sein?

JTT: Es ist gut, dass Sie danach fragen, weil Verbundwerkstoffe sowohl einen neuen als auch einen zukunftsweisenden Sektor darstellen und gleichzeitig seit der Antike bekannt sind. Seit jeher hat sich der Mensch immer bemüht, Materialien zusammenzustellen die seine Lebensumstände verbessern, sei es im Bauwesen, in der Ausstattung... Wussten Sie, dass wir sogar Verbundwerkstoffe im natürlichen Zustand finden, die seit prähistorischen Zeiten verwendet werden?

AWEX: Welche?

JTT: Holz. Dieses Material ist letztlich eine Kombination aus Harz und Pflanzenfaser. Holz als solches ist eine Verbindung dieser Materialien. Aber um zu unserer Diskussion zurückzukehren, ja, es ist ein Sektor der Zukunft. Die Industrie ist sich bewusst, dass wir in einer Welt endlicher, begrenzter Ressourcen leben und dass es wichtig ist, Alternativen zu herkömmlichen Materialien zu entdecken, um sich weiter zu entwickeln, ohne den Zustand unserer Umwelt und unserer natürlichen Ressourcen zu beeinträchtigen.

AWEX: Also wird das Material der Zukunft eine Gleichung zwischen "Technologie" und "Umwelt" darstellen?

JTT: Genau. Heute suchen Hersteller nach leichten und widerstandsfähigen Verbundwerkstoffen, die es ermöglichen, Volumen- und Raumgewinne zu erzielen und so Waren mit weniger Energie bewegen zu können. Kohlefaserflugzeuge sind wohl das beste Beispiel.

AWEX: Wer sind Ihre Kunden? Wohin exportieren Sie Ihre Produkte?

JTT: Wir bedienen hauptsächlich Märkte, die ich erwähnt habe. Wir arbeiten zum Beispiel mit Airbus, Safran, Prayon ... Unsere Industriepartner sind hauptsächlich in Belgien ansässig, aber sie exportieren viel. Etwa 95% der Produkte die wir herstellen, gehen über unsere Kunden ins Ausland und in die ganze Welt. Wir decken daher einen großen Teil des belgischen Absatzgebietes ab und expandieren jetzt weiter in Europa.

Designed’ und… ‘made’ in Belgium

Sobelcomp ist Teil eines großen Netzwerkes von Unternehmen und Forschungszentren, darunter einiger Universitäten, die schnell auf die Forschungs- und Entwicklungsbedürfnisse der meisten großen Industriekonzerne weltweit reagieren können. Belgien und die Wallonie als strategische Plattform, zeichnet sich durch renommierte Universitäten wie die Universität Lüttich, die Universität von Löwen sowie auf Technik spezialisierte Einrichtungen wie das Cenaero, das Weltraumzentrum Lüttich, Materia Nova und Sirris als Innovationszentrum im Bereich der Verbundwerkstoffe aus.

Diese akademischen Institutionen und Forschungszentren tragen nicht nur zur Entwicklung der Spitzentechnologie im Bereich der Verbundwerkstoffe bei, sondern verfügen auch über umfangreiches Know-how in Sachen Nachhaltigkeit (erneuerbare Energie) und sind an europäischen Recyclingprojekten beteiligt die Windturbinenblättern und löslichen Klebstoffe betreffen: Erforschung nachhaltiger alternativer Harze und Fasern, Digitalisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen, Design von Leichtbaustoffen für die Zulieferindustrie im Bereich des additive manufacturing (Wasserstofftanker…)

Auf der Messe JEC-World betonte der belgische Verband der Technologieunternehmen, Agoria, dass die belgische Industrielandschaft von Verbundstoffen in Wallonien eine Schlüsselrolle in der Automobil- und Transportindustrie spielt und auf die Nachfrage nach leichten Materialien für Elektromobilität reagiert, um den Energieertrag zu verbessern und Emissionen zu reduzieren. Darüber hinaus kurbelt das Engagement des Landes für erneuerbare Energien die Nachfrage nach Verbundwerkstoffen in Wind- und Solarenergieprojekten an, indem es die Korrosionsschutzeigenschaften und die geringe Wartung als Vorteil nutzt.

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